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23/2/2026

Bauernkartell

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Das Bauernkartell hat wieder zugeschlagen

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Die Rundschau des Schweizer Fernsehens hat nicht nur aufgezeigt, wie Landwirtschaftsvertreter hinter verschlossenen Türen Druck auf die Bundesverwaltung ausübten, um Grenzwerte für das hochgiftige Delthametrin und drei weitere Pestizide zu verhindern. Die Sendung hat auch aufgezeigt, dass das Bundesamt für Justiz das Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK darauf aufmerksam macht, dass sich das UVEK damit gesetzeswidrig verhält. «Wir machen Sie darauf aufmersam, [...] dass das UVEK an Verfassung und Gesetz gebunden ist.»
Nun ist längst bekannt, dass das Gewässerschutzgesetz nicht nur von Bauern nicht eingehalten wird, sondern, dass auch die kantonalen Behörden im Kanton Luzern, dem Gesetz keine Nachachtung verschaffen – obwohl auch das Bau, Umwelt und Wirtschaftsdepartement des Kantons Luzern an Verfassung und Gesetz gebunden wäre.

Solange die Gewässer keine Rechtspersönlichkeit und Grundrechte haben, wie von der Reuss-Initiative gefordert, kann sich das Bauernkartell erfolgreich um die Gesetze foutieren. Das Bauernkartell hat nichts zu befürchten, solange es die Entscheide in Parlament und Verwaltung zu seinen Gunsten beeinflussen kann, weil sich die Gewässer nicht wehren und die Einhaltung der Gesetze vor Gericht nicht einfordern können.
Und so werden auch im Kanton Luzern Kartellinteressen der Bauern höher gewichtet als wissenschaftliche Erkenntnisse und eine intakte Biodiversität.

Pestizide sind in der Landwirtschaft nicht alternativlos, wie Bio-Landwirtinnen und Landwirte seit längerem beweisen. Es ist zwar richtig, dass es sehr viel Wissen und Erfahrung braucht, um sensible Pflanzen, wie den Raps biologisch anzubauen (Mischkulturen, regenerative Landwirtschaft, Permakulturen usw.). Aber natürlich ist es einfacher an der Landwirtschaftsschule das Verspritzen von Gift zu vermitteln, anstatt anspruchsvolle Pflanzenwirtschaft.
Dass damit die biologische Vielfalt und die Fruchtbarkeit des Bodens zerstört und die Gewässer vergiftet werden, wie letzthin die Whyna bei Beromünster, wird vom Bauernkartell in Kauf genommen.
 
Quelle:
Rundschau srf, 18.2.2026  Bauern-Power, Wie Pestizid-Grenzwerte verhindert wurden.

srf, 18.2.2026, Bundesamt für Justiz sieht Verstoss gegen Gewässerschutzgesetz

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    Markus Schärli / Präsident Verein Rechtsperson Reuss // Bilder: BingImageCreator/Verein Rechtsperson Reuss

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